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Was unsere Kleider wirklich kosten

True Cost ist ein Dokumentarfilm der zeigt, welche Konsequenzen billige Mode für die Betroffenen hat.

Als die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch 2013 einstürzte und über 1000 Menschen mit in den Tod riss, wollte Andrew Morgan, ein kalifornischer Filmemacher, etwas tun. Das Unglück war der Startschuss für seinen Film True Cost, der die krassen Hintergründe der Textilindustrie in seiner ganzen, ungeschminkten Wahrheit zeigen sollte. Entstanden ist ein Film, der sensibilisiert. Der uns vor Augen hält, dass unser Modekonsum krankhaft ist und der ermutigt, öfter selbst die Entscheidung gegen das Billigprodukt zu treffen.

Die billigen Preise der großen Modeketten sind nur möglich, weil die Konzerne keine Rücksicht auf ihrer Arbeiter und Näher nehmen, die oft in sklavenähnlichen Verhältnissen leben und arbeiten. Morgan selbst hatte es erschüttert, dass er erst während der Dreharbeiten richtig verstanden hat, woher seine Kleidung kommt. „Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich die Vorstellung, diese Kleidung wird von irgendwelchen Maschinen hergestellt oder wächst auf Bäumen“, erzählt er in einem Interview mit der FAZ.

Die Modeindustrie ist schlau, sie erschafft immer billiger produzierte Ware, die immer schneller kaputt geht, damit unser Bedarf an neuer, schöner, trendiger Kleidung noch größer wird. „In den letzten zwei Jahrzehnten ist unser Verbrauch an Kleidung um 400 Prozent gestiegen“, erklärt Morgan weiter. Man muss diesen Satz ein zweites Mal lesen, ein drittes Mal. 400 Prozent in nur zwanzig Jahren. Dazu kommt, dass Kleidung extrem schwer abbaubar ist, sobald sie in den Müll gelangt. Da heute kaum noch jemand seine Kleidung ausbessert oder gleich ein teures Teil kauft, das ein paar Jahre halten soll, landet der Großteil der Kleidung von Billigketten auf dem Müll. Morgan bemerkt auch, dass die Kosten für Transport und Material nicht billiger werden. Und irgendwo muss schließlich gespart werden. Leider treffen die Sparmaßnahmen die Näher von H&M, Zara und Co.

Morgan erklärt in dem Interview auch, dass es ein Fehlglaube ist, dass durch Billigproduktion Arbeitsplätze in Dritte-Welt-Ländern geschaffen wird. Das stimmt nur teilweise, denn „man hat mittlerweile bewiesen, dass kontinuierliche Ausbeutung ein System von Armut manifestiert.“

Der Film hat in Cannes auf den Filmfestspielen Premiere gefeiert. Vorgeführt wird er nur in Städten, die sich dazu angemeldet haben, in Deutschland bisher noch nicht. Man kann den Film aber auf der Seite von True Cost für knapp 10 Dollar erwerben.

Hier kann man sich den Trailer anschauen:

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