H&M Conscious Collection

Ist H&M wirklich nachhaltig?

Oder ist alles mehr grüner Schein? Den schwedischen Modekonzern H&M und Nachhaltigkeit in einem Satz zu nennen, fühlt sich tatsächlich etwas komisch an. Schließlich reden wir hier von einem Fast-Fashion-Giganten par excellence. Doch offenkundig ist das Modehaus längst auf den Fair-Fashion-Zug  aufgesprungen und wirbt mit immer mehr Biobaumwolle, stets neuen Conscious Collections und Verwendung von recycelten Materialien. Doch ist H&M wirklich auf einem Weg zu mehr Nachhaltigkeit? Oder ist es mehr Effekthascherei?

Dass sich H&M für mehr Umweltschutz einsetzt, ist ein hehres Ziel und solle an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Lobenswert ist, dass der Anteil der verwendeten und nachhaltig angebauten Baumwolle in den letzten fünf Jahren um ein Vierfaches vergrößert worden ist. Bis 2020 soll der Anteil von aktuell 31% auf 100% gesteigert werden. Hinzu kommt, dass H&M der weltweit größte Verwerter von recyceltem Polyester ist, immer mehr auf den Einsatz von schädlichen Chemikalien sowie Leder verzichtet und bemüht ist, die Arbeitsbedingungen der rund 1,6 Millionen Arbeiter in den Textilfabriken zu verbessern.

 

 

 

“At H&M, we have set ourselves the challenge of ultimately making fashion sustainable and sustainability fashionable. We want to help people express their personality and feel proud of what they wear. I’m very excited to see the progress we’ve made so far and how this will help us to make you an even better offer – and create a more sustainable fashion futur”, sagt Karl-Johan Persson, CEO.

 

Doch das ist nicht alles. Denn all die Fakten und Zahlen, die H&M in dem 130 Seiten starken Conscious Action Sustainability Report 2015 veröffentlicht hat, klingen für sich genommen toll, doch in Relation betrachten, verliert das ungetrübt wirkende Image an Glanz. Die überwiegende Mehrheit des Sortiments etwa wird nach wie vor aus konventioneller Baumwolle und unrecycelten Materialien gefertigt. Zudem gehört zu einer wirklich nachhaltigen Herstellung mehr als die Verwendung ethisch korrekten Materialien. Vielmehr ist es ein umfassendes Konzept, das unter anderem auch die Optimierung der Produktionsketten insgesamt beinhaltet, und man eben nicht Produkte aus aller Herren Länder über die Weltmeere schippern lässt. Hinzu kommt die Masse an Neuware, die nahezu täglich in die Läden gespült wird. Innerhalb von 48 Stunden werden an die 1.000 Tonnen Kleidung auf den Markt gebracht.

 

 

Also alles nur ein Marketinginstrument? Es ist nicht abzustreiten, dass H&M mit seinen Conscious Collections einen ersten richtigen Schritt tut und zudem ein steigendes Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit in der Mode schafft. Nichts desto trotz zielt das schwedische Modehaus ganz klar auf das gute Gewissen des Kunden ab, während es weiterhin Kleidung als Wegwerfprodukt produziert. Es ist mehr als deutlich, das H&M weit davon entfernt ist, sein volles Nachhaltigkeitspotential auszuschöpfen. Schließlich ist die Fast-Fashion-Kette in erster Linie an Umsätzen und Gewinnen interessiert, und nicht daran, unseren Planeten zu schützen. Dieser Gedanke kommt (vielleicht) immerhin an zweiter Stelle.

 

Bild im Header via Pinterest

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  • Tina – Styleappetite

    Interessanter Artikel und regt definitiv zum Nachdenken an…

    • Thank That

      Das ist schön zu hören, liebe Tina. Wir nehmen das gerne als Kompliment an 😉 Vielen Dank!